Kirche Bipp aktuell / August / September / Oktober 2026

Nachspielzeit
Die Fussballweltmeisterschaft ist vorbei. Der Gewinner steht fest. Zugegeben: Ich habe die Spielbegegnungen nicht intensiv verfolgt. Wer wann gegen wen spielte und wie das Resultat lautete, ging meistens an mir vorbei.
Doch eine Szene brannte sich mir ins Gedächtnis ein. Es war kein spektakuläres Tor, keine Glanzparade eines Torwarts oder ein Spielergebnis. Die Szene, die ich meine, fand nach dem Spiel statt: Nach dem Schlusspfiff der Begegnung zwischen Deutschland und Curaçao kamen die beiden deutschen Spieler Felix Nmecha und Jonathan Tah mit Kenji Gorré, sowie weiteren vier Spielern von Curaçao beim Mittelkreis zusammen, bildeten einen Kreis, umarmten sich und sprachen ein gemeinsames Gebet.
Wie zu erwarten, standen die Medien dieser Szene zwiespältig gegenüber. Da hiess es u.a. «kuriose Szenen am Mittelkreis» oder «Fussballprofi mit Christusfimmel; Platzverweis für Jesus». Doch Nmecha und andere gläubige Spieler scheinen diese Stimmen nicht zu jucken. Er selbst kommentierte die Szene mit den folgenden Worten: «Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder. Wir haben einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht, weil wir alle sehr dankbar sind – auch die Spieler von Curaçao. Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird. Deswegen sind wir zusammengekommen und haben zusammen gebetet.»
Was für eine grossartige Geste von diesen Spielern: Auf dem Spielfeld Gegner, neben dem Spielfeld Brüder im Glauben. Was für eine grossartige Symbolik für eine friedliche Welt!
Im Nachgang zum Spiel zwischen Paris St. Germain und Arsenal London kam es zu Ausschreitungen, Hunderten von Verletzten und hohem Sachschaden. Im Nachgang zum Spiel Deutschland gegen Curaçao kam es zu einem Gebet. Das Gebet ist mir entscheidend lieber! Das Gebet als Ausdruck der Dankbarkeit – gerade wir hier in der Schweiz haben viel Grund zum Danken. Das Gebet als Ausdruck dafür, Jesus zu verherrlichen. Das Gebet als Ausdruck dafür, wie der gemeinsame Glaube aus Gegnern Freunde macht. Das hat Modellcharakter für eine friedliche Welt.
Unsere Nationalhymne, die viele am 1. August gesungen haben, fordert uns sogar explizit zum Gebet auf: «Betet freie Schweizer, betet!» Es täte uns allen und unserem Land gut, dieser Aufforderung wieder vermehrt Folge zu leisten. Es darf auch ruhig ein bisschen mehr öffentlich sein. Und die mokierenden Stimmen brauchen uns nicht zu jucken. Darin können uns die Spieler am Mittelkreis ein Vorbild sein.
Andreas Schmid
Kirche Bipp aktuell / August 2026

Matthias Arn
«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» (Johannes 15,5)
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