Kirche Bipp aktuell / Juni 2026

Gott glaubt an die Menschheit
Was geht in Ihnen vor, wenn Sie die gegenwärtige politische Weltlage betrachten? Wut, Verzweiflung, Resignation? Es gibt Menschen bis in meinen Bekanntenkreis hinein, die sagen: «Ich konsumiere gar keine Nachrichten mehr, es tut mir nicht gut. Ich will gar nicht mehr wissen, was gerade wieder für eine Sauerei irgendwo auf der Welt angerichtet wurde.» Andere sagen: «Ich habe den Glauben an die Menschheit verloren!» Und wieder andere sagen: «Ich habe den Glauben an Gott verloren, ich bekomme diese schrecklichen Kriege und die Botschaft von einem liebenden Gott nicht unter einen Hut!»
«Wo ist Gott? Warum tut Gott nichts? Warum für die Menschen in den Krisenherden und an den Kriegsschauplätzen beten, es nützt ja doch nichts!» So sagen es immer mehr Menschen, nicht zuletzt die, für die der Glaube gar keine Rolle spielt.
Aber mal ehrlich: Wollen wir das wirklich, dass Gott direkt und immer unmittelbar eingreift, dass er jedem Tyrannen, Autokraten und Terroristen sofort das Handwerk legt, ja, dass er es gar nicht so weit kommen lässt, dass sie Unheil anrichten?
Und was wäre der Massstab? Wenn Gott es richten soll, dann wäre der Massstab seine absolute Heiligkeit und Gerechtigkeit. Aber sicher nicht unser Empfinden, dass er im Iran und in der Ukraine eingreifen solle, vielleicht auch noch in einem kleineren, regionalen Konflikt, sich aber sonst gefälligst aus dem Spiel halten solle. Nein, es würde konsequenterweise bedeuten, dass er auch jeden kleinsten bösen Impuls in uns selbst sofort stoppen und beseitigen müsste. Im Grunde genommen müsste Gott die gesamte Menschheit auslöschen, auch Sie und mich, denn das Böse steckt in uns allen drin. Jeder Krieg fängt mit dem Hass und der Abneigung des Einzelnen an. Jeder Waldbrand beginnt mit einer weggeworfenen Zigarette, durch eine Scherbe einer leeren Bierflasche, durch die schwelende Glut eines nicht gelöschten Grillfeuers oder etwas Ähnlichem. Da wie dort sind die Anfänge scheinbar klein und unbedeutend, bevor sie verheerende Ausmasse erreichen.
Gott sei Dank hat er den Glauben an die Menschheit nicht verloren, ja noch mehr: Er hat die Liebe zu uns Menschen nicht verloren, auch nicht zu den Menschen, die ihn ablehnen und seine Heiligkeit mit Füssen treten.
Im Übrigen stimmt es gar nicht, dass Gott untätig ist. Er hat alles Böse sich selbst aufgeladen. Der Apostel Paulus beschreibt es so: «Ja, in Christus war Gott selbst am Werk, um die Welt mit sich zu versöhnen. Er hat den Menschen ihre Verfehlungen nicht angerechnet. Und uns hat er sein Wort anvertraut, das Versöhnung schenkt. Obwohl Christus ohne jede Sünde war, hat Gott ihm unsere Sünde aufgeladen. Denn durch die Verbindung mit Christus sollen wir an Gottes Gerechtigkeit teilhaben.» (2. Korinther 5,19ff.)
Das ist am Kreuz von Golgatha geschehen, aber es hat bis heute Auswirkung auf uns. Die Einladung des Apostels gilt auch uns: «Lasst euch mit Gott versöhnen!» Er begegnet uns Menschen mit offenen Armen.
Gott sei Dank müssen wir nicht an dieser Welt verzweifeln. Weil Gott die Hoffnung für uns Menschen nicht weggeworfen hat, können auch wir hoffnungsvoll auf die Welt blicken und das ist tröstlich.
Mit hoffnungsvollen und zuversichtlichen Grüssen, Andreas Schmid
Kirche Bipp aktuell / Juni 2026

Matthias Arn
«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.» (Johannes 15,5)
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